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Konstruktiver Holzschutz

Wie konstruktiver Holzschutz Holz langlebig macht

Der Schutz für Holz im Außenbereich beginnt damit, Feuchtigkeit möglichst fernzuhalten. Genau das leistet der konstruktive Holzschutz, auch baulicher Holzschutz genannt. Und indem das Holz möglichst trocken bleibt, ist es zudem für Pilze und Insekten unattraktiv.

Unabhängig von Holzart und Oberflächenbehandlung schützt der konstruktive Holzschutz also nicht mit Chemie, sondern durch die richtige Bauweise: Wasser soll abgehalten, abgeleitet und schnelles Trocknen von Bauteilen ermöglicht werden. Denn überall, wo andauernde Feuchtigkeit, – sogenannte „Staunässe“ – vermieden werden kann, haben holzzerstörende Organismen wie Pilze oder Insekten keine Chance.

Was ist konstruktiver Holzschutz?

Konstruktiver Holzschutz umfasst alle baulichen Maßnahmen, die Holz vor Feuchtigkeit schützen und so die Lebensdauer erhöhen. Dazu gehören nicht nur sichtbare Details an Holzkonstruktionen. Auch Planung, Transport, Lagerung und Einbau gehören dazu.

Fachquellen beschreiben bauliche Maßnahmen als planerische, konstruktive, bauphysikalische und organisatorische Schritte. Das Ziel ist immer gleich: Holz soll trocken bleiben oder rasch wieder trocknen.

Warum ist konstruktiver Holzschutz so wichtig?

Dauerhafte Feuchtigkeit kann Holz erheblich zusetzen. Darum ist die Begrenzung der Holzfeuchte die wichtigste Maßnahme gegen holzzerstörende Pilze. Ein wichtiger Richtwert sind 20 Prozent Holzfeuchte. Ziel ist also, Feuchte zu vermeiden und nasses Holz schnell wieder trocknen zu lassen.

Baulicher Holzschutz hat deshalb Vorrang. Erst wenn Lösungen aus diesem Bereich nicht ausreichen, kommen weitere Schutzmaßnahmen in Betracht. Idealerweise durch die Kesseldruckimprägnierung als ein Verfahren des chemischen Holzschutzes.

Ziele des konstruktiven Holzschutzes

Holz konstruktiv schützen

Holz vor Regen schützen

Regen soll möglichst wenig auf empfindliche Stellen treffen. Das gelingt mit Überständen, Abdeckungen und gut geschützten Details.

Holz konstruktiv schützen

Wasser schnell und sicher ableiten

Wasser sollte auf Holz nicht stehenbleiben. Gefälle, schräge Flächen und Tropfkanten führen es gezielt weg.

Holz konstruktiv schützen

Spritzwasser verringern

Bodennähe ist für Holz besonders kritisch. Abstand zum Boden und wasserableitende Bereiche rund um das Bauteil senken die Belastung.

Holz konstruktiv schützen

Schnelles Trocknen ermöglichen

Holz braucht Luft. Hinterlüftung, Fugen und kleine Kontaktflächen helfen Außenholz beim Abtrocknen.

Holz konstruktiv schützen

Empfindliche Stellen schützen

Besonders kritisch sind Hirnholz, Fugen, Stöße, Anschlüsse und Verbindungspunkte. Dort muss die Konstruktion besonders sauber geplant sein.

Welche Rolle spielt die DIN 68800-2?

Die wichtigste Grundlage für fachgerechten Holzschutz ist die Normenreihe DIN 68800. Für den konstruktiven Holzschutz ist die DIN 68800-2 „Holzschutz – Teil 2: Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau“ besonders wichtig. Sie legt fest, wie Bauteile aus Holz oder Holzwerkstoffen vorbeugend geschützt werden sollen. Diese Norm gilt sowohl für Neubauten als auch für die Modernisierung, Renovierung oder Instandsetzung von Holzbauten.

Grundsätzliche und besondere Maßnahmen

Die DIN 68800-2 unterscheidet zwischen grundsätzlichen und besonderen baulichen Maßnahmen.

  • Grundsätzliche Maßnahmen gelten immer. Sie müssen von Anfang an in Planung und Ausführung berücksichtigt werden. Hierzu zählen alle Maßnahmen, die beim Transport, bei Lagerung, Montage, Einbau und im Gebrauchszustand unzuträgliche Feuchteänderungen des Holzes verhindern, etwa durch Bodenfeuchte, Niederschläge, Spritz- und Tauwasser oder Feuchte aus angrenzenden Bauteilen.
  • Besondere Maßnahmen gehen darüber hinaus. Sie werden wichtig, wenn Konstruktionen die jeweils erforderliche Gebrauchsklasse erreichen sollen bzw. wenn Feuchte schwer beherrschbar ist.

Beispiele konstruktiver Holzschutzmaßnahmen

Konstruktive Holzschutzmaßnahmen sind alle baulichen Lösungen, die Feuchte begrenzen bzw. zu einer schnellen Abtrocknung führen. Sie beginnen schon vor der Montage und enden nicht beim fertigen Bauteil. Hier einige Beispiele:

Richtiger Schutz

Wasser schnell ableiten

Zum Beispiel durch Abschrägungen statt waagerechter Holzoberflächen, Verbau mit ausreichendem Gefälle, Anbringen von Tropfnasen und Wasserablaufbohrungen.

Richtiger Schutz

Abstand vom Boden halten

Holz sollte keinen direkten Kontakt zum Erdreich haben. Sonst bleibt es oft zu lange feucht. Besser sind Pfostenträger, Füße oder andere entkoppelte Lösungen. Auch ein wasserableitender Belag oder ein Kiesbereich kann sinnvoll sein.

Richtiger Schutz

Pfosten oben und unten schützen

Pfosten und Zaunpfosten sind am Fußpunkt stark belastet. Deshalb sollten sie zum Beispiel mit H-Ankern auf einem Fundament stehen und Abstand zum Boden haben. Auch oben brauchen Pfosten Schutz. Eine Abdeckung oder eine schräge Oberseite helfen, damit Wasser schnell abläuft.

Richtiger Schutz

Terrassen mit Gefälle und Luftzirkulation

Bei Holzterrassen ist ein leichtes Gefälle wichtig. So läuft Regenwasser ab und bleibt nicht auf der Fläche stehen.

Zwischen den Dielen und unter der Unterkonstruktion muss Luft zirkulieren. So trocknet die Terrasse nach Regen schneller ab. Auch kleine Kontaktflächen und verrottungsfeste Abstandshalter sind wichtig. Sie vermeiden Feuchtenester zwischen Diele und Unterkonstruktion.

Richtiger Schutz

Fassaden bzw. Außenwände mit Hinterlüftung

Einen dauerhaft wirksamen Wetterschutz für Außenwandbekleidungen erreicht man zum Beispiel durch Be- und Hinterlüftung, einen senkrechten Verbau der Lattung, durch Anbringen von Überdachungen sowie Beachtung der Anforderungen an Spritzwasserschutz und spezielle Sockelausbildungen (Abstand zwischen Boden und Unterkante zur Holzkonstruktion je nach Bodenbeschaffenheit ≥ 30 cm).

Richtiger Schutz

Feuchtenester vermeiden

Die Entstehung von Feuchtenestern lässt sich zum Beispiel durch Konstruktionen verhindern, die eine Auflagerung von Erde, Laub und Schmutz verhindern.

Einfache Regeln für die Praxis

  • Holz möglichst trocken einbauen.
  • Transport und Lagerung vor Regen schützen.
  • Direkten Bodenkontakt vermeiden.
  • Wasser immer schnell ableiten.
  • Waagerechte Flächen vermeiden oder abschrägen.
  • Hinterlüftung sicherstellen.
  • Hirnholz und Anschlüsse besonders schützen.
  • Feuchte nie dauerhaft im Bauteil halten.
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