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Wetterfeste, heimische Hölzer für den Außenbereich

Das Holz für draußen:
Wetterfeste, heimische Hölzer

Wetterfeste, heimische Hölzer für den Außenbereich überzeugen durch natürliche Optik, gute Verfügbarkeit und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Ob für Terrasse, Fassade, Sichtschutz oder Gartenbau: Mit der richtigen Auswahl und fachgerechter Behandlung können Sie einheimische Holzarten dauerhaft und ansprechend im Außenbereich nutzen.

Wasserfestes Holz?

Absolut wasserfestes Holz gibt es nicht. Lediglich bestimmte Holzarten oder Platten können dank einer höheren Dauerhaftigkeit bzw. Verleimung und Beschichtung wasserbeständiger werden. Jedoch wirkt auch diese Form der Versiegelung zeitlich nur begrenzt.

Auf dieser Seite erfahren Sie …

  • welche heimischen Hölzer sich besonders eignen
  • worauf Sie beim Holzschutz im Freien achten sollten.

Eigen­schaften, Eignung und Pflege

Holzart Dauer-
haftigkeits-
klasse
Wetterfestigkeit Dichte/Härte bei 12% Holzfeuchte Resistenz des Kernholzes Tränkbarkeit
Kern / Splint
Preisniveau
Robinie
Robinia pseudoacacia
1 – 2 sehr hoch 720 – 800 kg/m³, sehr hart (Brinell ~4,0) sehr resistent gegen Pilze, Insekten und Witterung 4 / 1 hoch
Eiche
Quercus robur
2 – 4 hoch 650 – 760 kg/m³, hart (Brinell ~3,5) sehr resistent, besonders bei Naturkernholz 4 / 1 hoch
Lärche
Larix europaea
3 – 4 mittel 470 – 650 kg/m³, mittelhart (Brinell ~2,2) gut gegen Pilze, etwas anfälliger gegen Insekten 4 / 2 mittel
Douglasie (europäisch)
Pseudotsuga menziesii
3 – 4 mittel 470 – 520 kg/m³, mittelhart (Brinell ~1,8–2,0) gute natürliche Witterungsresistenz, etwas anfällig für Pilze ohne Schutz 4 / 2 – 3 mittel
Kiefer
Pinus sylvestris
3 – 4 gering, nur mit Schutz 500 – 540 kg/m³, weich bis mittel (Brinell ~1,7) anfällig für Pilze und Insekten, besonders in Kontakt mit Erde 3 – 4 / 1 niedrig bis mittel
Fichte
Picea abies
4 – 5 gering, nur mit Schutz 440 – 470 kg/m³, weich (Brinell ~1,3) stark anfällig für Feuchtigkeit und Schädlinge 3 – 4 / 3 niedrig bis mittel

Quelle: DIN EN 350:2016-12 (Tabelle B.2)

Erklärungen zur Tabelle:

Tränkbarkeit – Was ist das?

Die Tränkbarkeit gibt an, wie gut ein Holz Flüssigkeiten, etwa Holzschutzmittel, aufnehmen kann. Kern/Splint beschreibt dabei die Unterscheidung zwischen innerem Kernholz und äußerem Splintholz des Stammes.

1 = leicht, 2 = mäßig, 3 = schwer, 4 = sehr schwer tränkbar

Empfehlungen für den Einsatz wetterfester Hölzern

  • Empfohlene wetterfeste Hölzer für Terrasse, Fassade und Gartenbau: Robinie, Eiche, Lärche und Douglasie.
  • Für Lärche und Douglasie empfehlen sich regelmäßige Pflege von Gartenholz und gelegentliche Oberflächenbehandlung.

Wetterfeste Hölzer im Einzelnen

Fichte

Botanischer Name: Picea abies

Fichte Holz für den Außenbereich

Holzeigenschaften:

Mittelschwer und weich. Mit im Verhältnis zum relativ geringen Gewicht günstigen Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften, worauf sich die hervorragenden Eigenschaften der Fichte als Bau- und Konstruktionsholz begründen. Zudem nur wenig schwindend und nach der Trocknung mit überwiegend gutem Stehvermögen. In jeder Hinsicht problemlos zu verarbeiten. Ebenso bereitet die Behandlung der Oberfläche keinerlei Schwierigkeiten. Kernholz schwer bis sehr schwer, Reifholz schwierig imprägnierbar („Wechseldruck“-Spezialverfahren erforderlich).

Im Erdkontakt (Gebrauchsklasse 4) Kernholz nach DIN-EN 350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 4 (wenig dauerhaft) und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 3 und 5 Jahren. In den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 ist eine längere Standzeit des Kernholzes zu erwarten.

Bevorzugte Verwendungen im Außenbereich:

  • Fassadenbekleidungen
  • Balkone
  • Masten
  • Reb- und Obstbaumpfähle
  • Lärmschutzwände
  • Einrichtungen und Geräte für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung
  • Kinderspielplätze

 

Kiefer

Botanischer Name: Pinus sylvestris

Kiefer Holz für den Außenbereich

Holzeigenschaften:

Mittelschwer und mäßig hart. Harzhaltig. Mit guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Nur wenig schwindend und mit gutem Stehvermögen. Die Bearbeitung ist mit allen Werkzeugen gut durchzuführen. Ebenso ist die Behandlung der Oberflächen unproblematisch. Bearbeitung und Oberflächenbehandlung können jedoch durch höheren Harzgehalt erschwert bzw. gestört werden. Das Splintholz ist stark bläueempfindlich, jedoch gut zu imprägnieren. Kernholz schwer bis sehr schwer tränkbar.

Im Erdkontakt (Gebrauchsklasse 4) Kernholz nach DIN-EN 350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 3 – 4 (wenig bis mäßig dauerhaft) und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch, mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 3 und 8 Jahren. In den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 ist eine längere Standzeit des Kernholzes zu erwarten.

Bevorzugte Verwendung im Außenbereich:

  • Rammpfähle
  • Masten
  • Palisaden und Pfähle
  • Einrichtungen und Geräte für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung
  • Kinderspielplätze

 

Lärche

Botanischer Name: Larix decidua (Europ. Lärche)

Lärche Holz für den Außenbereich

Holzeigenschaften:

Schwerstes und zugleich härtestes einheimisches Nadelholz (mit Ausnahme der Eibe). Harzhaltig. Mit guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Mäßig schwindend und mit allgemein gutem Stehvermögen. Meist gut zu bearbeiten. Auch ist die Oberflächenbehandlung problemlos. Ausgetretenes Harz muss aber vorher entfernt werden. In hohem Maße resistent gegenüber Chemikalien. Kernholz unter Wasser von hoher, der Eiche vergleichbarer Dauerhaftigkeit. Kernholz sehr schwer, Splintholz mäßig imprägnierbar.

Im Erdkontakt (Gebrauchsklasse 4) Kernholz nach DIN-EN 350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 3 – 4 (wenig bis mäßig dauerhaft) und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch, mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 3 und 8 Jahren. In den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 ist eine längere Standzeit des Kernholzes zu erwarten.

Vorsicht: Kernholz häufig mit anhaftendem Splintholzanteil > 5 %!

Bevorzugte Verwendung im Außenbereich:

  • Erd-, Brücken- und Wasserbau
  • Einrichtungen und Geräte für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung
  • Kinderspielplätze

 

Sibirische Lärche

Botanischer Name: Larix sibirica, (Larix gmelinii, LAGM)

Sibirische Lärche Holz für den Außenbereich

Holzeigenschaften:

Schweres Holz mit guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Gutes Schwindverhalten. Nach Trocknung gutes, zumindest befriedigendes Stehvermögen. Sofern der Harzgehalt gering ist, problemlos zu verarbeiten. Ebenso keinerlei Schwierigkeiten bei der Behandlung der Oberfläche, allerdings schwer zu beizen. Splintholz schlechter imprägnierbar als Kiefernsplintholz. Kernholz nur äußerst mäßig imprägnierbar.

Kernholz ist nach neueren Untersuchungen des Hamburger Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts Dauerhaftigkeitsklasse 3 (mäßig dauerhaft) einzustufen. Allerdings wurden lediglich Laborversuche gegen holzabbauende Basidiomyceten (Pilze) durchgeführt – eine Prüfung gegen Moderfäulepilze bzw. eine Freilandprüfung im Erdkontakt steht noch aus. Daraus folgt, dass gegenwärtig keine gesicherte Aussage zur natürlichen Dauerhaftigkeit in allen Einsatzbereichen mit Erdkontakt getroffen werden kann!

Vorsicht: Kernholz häufig mit anhaftendem Splintholzanteil > 5 %!

Bevorzugte Verwendungen im Außenbereich:

  • Gartenzäune
  • Holzfassaden
  • Terrassenböden

 

Douglasie

Botanischer Name: Pseudotsuga menziesii

Douglasie Holz für den Außenbereich

Holzeigenschaften:

Mittelschwer und ziemlich hart. Harzhaltig. Mit guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Mäßig schwindend und mit gutem Stehvermögen. Bearbeitbarkeit unterschiedlich: Engringiges Holz gut und sauber, grobringiges astiges Holz schwieriger zu bearbeiten. Nach Entfernung eventuell ausgetretenen Harzes lassen sich die Oberflächen ohne Probleme behandeln. Kernholz sehr schwer, Splintholz (sofern Herkunft aus kultivierten Beständen) mäßig bis schwer imprägnierbar.

Im Erdkontakt (Gebrauchsklasse 4) je nach Herkunft (kultiviert bzw. nicht kultiviert) Kernholz nach DIN-EN 350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 3 – 4 (wenig bis mäßig dauerhaft, wenn aus forstlich bewirtschafteten Wäldern) bzw. 3 (mäßig dauerhaft, wenn aus Naturwaldbeständen stammend) und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 3 (bzw. 5) und 8 Jahren. In den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 ist eine deutlich längere Standzeit des Kernholzes zu erwarten.

Vorsicht: Kernholz häufig mit anhaftendem Splintholzanteil > 5 %!

Bevorzugte Verwendung im Außenbereich:

  • Außenfassaden
  • Balkone
  • Rammpfähle
  • Masten und Pfähle
  • im geringen Umfang auch für Einrichtungen und Geräte für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung
  • Kinderspielplätze

 

Eiche

Botanischer Name: Quercus robur (Stieleiche) bzw. Quercus petraea (Traubeneiche)

Eiche Holz für den Außenbereich

Holzeigenschaften (für beide Arten nahezu identisch):

Mittelschwer bis schwer und hart. Mit ausgezeichneten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften und hohem Abnutzungswiderstand. Wenig schwindend und mit allgemein gutem Stehvermögen. Leicht und sauber zu bearbeiten. Oberflächenbehandlung ohne Probleme. In Verbindung mit Feuchtigkeit ergeben Eisenmetalle blauschwarze Reaktionsflecken; umgekehrt wirkt das Holz korrodierend auf das Eisen. Kernholz unter Wasser nahezu unbegrenzt haltbar.

Im Erdkontakt (Gebrauchsklasse 4) Kernholz nach DIN-EN 350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 2 (dauerhaft) und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch, mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 8 und 13 Jahren. In den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 ist eine deutlich längere Standzeit des Kernholzes zu erwarten.

Vorsicht: 1. Kernholz häufig mit anhaftendem Splintholz > 5 %! 2. Neuere Freilandversuche zeigen, dass die Einstufung der Eiche korrigiert werden sollte: Von wissenschaftlicher Seite wird daher die Neueinstufung dieser Holzart in Dauerhaftigkeitsklasse 2 – 4 (statt bisher 2) gefordert.

Bevorzugte Verwendung im Außenbereich:

  • Wasserbau
  • Weichenschwellen
  • (keine Bedeutung bei Einrichtungen und Geräten für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung sowie Kinderspielplätzen)

 

Robinie

Botanischer Name: Robinia pseudoacacia

Robinie Holz für den Außenbereich

Holzeigenschaften:

Schwer und hart. Mit ausgezeichneten Festigkeitseigenschaften und zugleich von hoher Elastizität und großer Zähigkeit. Ferner mit hohem Durchbiegungsvermögen und Abnutzungswiderstand. Nur wenig schwindend und mit gutem Stehvermögen. Trotz der hohen Härte gut zu bearbeiten. Oberflächenbehandlung problemlos, sehr gut zu polieren. Das Kernholz der Witterung ausgesetzt von ausgesprochen hoher Dauerhaftigkeit; ebenso in Erd- und Wasserkontakt äußerst haltbar. Kernholz sehr schwer, Splintholz gut imprägnierbar.

Im Erdkontakt (Gebrauchsklasse 4) Kernholz nach DIN-EN 350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 1 – 2 (dauerhaft bis sehr dauerhaft) und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch, mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 8 und mehr als 13 Jahren. In den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 ist eine deutlich längere Standzeit des Kernholzes zu erwarten.

Vorsicht: Kernholz häufig mit anhaftendem Splintholzanteil > 5 %!

Bevorzugte Verwendung im Außenbereich:

Wegen des geringen mengenmäßigen Anfalls und der meist schlechten Stammform, die oft keine längeren fasergeraden Abschnitte zulässt, nur beschränkt nutzbar.

 

  • Meist als Pfahlholz eingesetzt; zum Teil im Brückenbau und bei Kinderspielgeräten

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