Entsorgen von kesseldruckimprägniertem Holz
Irgendwann ist auch bei robusten, kesseldruckimprägnierten Holzprodukten für draußen der Punkt erreicht, an dem sie ersetzt werden müssen. Dann stellt sich die Frage, wie die alten Bauteile fachgerecht und sicher entsorgt werden können.
Warum KDI-Holz nicht ins Feuer gehört
Kesseldruckimprägniertes Holz wie zum Beispiel Terrassenholz enthält in der Regel Holzschutzmittel und weitere chemische Zusätze, die es widerstandsfähig gegen Witterung machen. Werden solche Gartenhölzer im Kamin, im Gartenfeuer oder in einer Feuerschale verbrannt, können gesundheitsschädliche Gase und Schadstoffe in die Umgebungsluft gelangen. Deshalb ist die Verbrennung in privaten Feuerstätten nicht zulässig.
Einstufung als Sonderabfall
Altes kesseldruckimprägniertes Holz zählt rechtlich zu belastetem Altholz der Kategorie A4 und wird der Abfallschlüsselnummer 170204* zugeordnet. In dieser Gruppe landen unter anderem Hölzer, die mit Holzschutzmitteln, Imprägnierungen oder ähnlichen Stoffen behandelt wurden und nicht mehr stofflich recycelt werden können.
Wo darf KDI-Holz abgegeben werden?
Für private Haushalte sind kommunale Wertstoffhöfe meist die erste Anlaufstelle, um kesseldruckimprägniertes Holz loszuwerden. Dort wird A4-Holz getrennt gesammelt und anschließend in speziellen Anlagen thermisch verwertet, also unter kontrollierten Bedingungen verbrannt und energetisch genutzt. Größere Mengen können über Containerdienste oder gewerbliche Entsorger abgewickelt werden, die passende Altholzcontainer für die Kategorie A4 bereitstellen.
Was kostet die Entsorgung von KDI-Holz?
Bei kesseldruckimprägniertem Holz sollten Verbraucher in der Regel mit Entsorgungskosten rechnen, da die Behandlung aufwendiger ist als bei unbehandeltem Holz. Für kleinere, haushaltsübliche Mengen (z. B. ein Kofferraum oder kleiner Anhänger) werden oft feste Pauschalen im unteren bis mittleren zweistelligen Eurobereich erhoben, je nach Kommune und Wertstoffhof. Wenn größere Volumen über Container oder als Tonnage entsorgt werden, liegen die Preise – je nach Region, Holzart und Anbieter – meist deutlich höher als bei naturbelassenem Altholz.
Regionale Unterschiede bei den Gebühren
Bundesweit einheitliche Tarife gibt es nicht: Die Kosten werden von Kommunen oder Entsorgungsunternehmen festgelegt, weshalb die Gebühren zwischen Landkreisen und Bundesländern spürbar abweichen können. Manche Recyclinghöfe akzeptieren haushaltsübliche Kleinmengen von A4-Holz kostenlos oder zu sehr niedrigen Gebühren, andere berechnen von der ersten Anlieferung an feste Sätze. Um Überraschungen zu vermeiden, lohnt sich daher vorab ein kurzer Blick auf die Online-Preisliste des zuständigen Wertstoffhofs oder ein Anruf bei der örtlichen Abfallberatung.
So läuft die Entsorgung in der Praxis ab
In der Praxis werden alte Zaunelemente, Terrassendielen oder Spielgeräte zunächst nach Holzart sortiert und von Fremdstoffen wie Metallbeschlägen, Glas oder Kunststoffen so weit wie möglich befreit. Auf dem Wertstoffhof erfolgt dann die Zuordnung zur passenden Altholzkategorie, damit das Material anschließend im richtigen Entsorgungsweg landet. Für größere Projekte, etwa beim Rückbau eines Holzdecks oder Carports, kann sich die Miete eines A4-Altholzcontainers lohnen, in dem ausschließlich belastetes Holz gesammelt wird.
Klimaschutz trotz Sonderbehandlung
Obwohl kesseldruckimprägniertes Holz aus Umweltsicht aufwendig behandelt werden muss, ist es am Ende der Nutzung kein „reiner“ Problemstoff. In geeigneten Verbrennungsanlagen wird die enthaltene Energie genutzt, um Wärme und Strom zu erzeugen, während Filteranlagen die Emissionen reduzieren. Richtig entsorgt leistet das Holz so auch am Ende seines Lebenszyklus noch einen Beitrag zu Ressourcenschonung und Klimaschutz.





