Holzschutzmittel

Nicht alle Mittel, die auf dem Markt angeboten werden sind echte „Holzschutzmittel“ im engeren Sinne der Wortbedeutung. Dies gilt insbesondere für die zahlreichen Streich- und Pinselpräparate für den Heimwerkerbereich, obwohl auf dem Gebinde bzw. auf der Verkaufsverpackung sehr häufig von "Holzschutzmitteln" die Rede ist!

Es ist sinnvoll, folgende Unterscheidungen vorzunehmen:

1. Lacke und Farben
Sie haben vorrangig eine Dekorfunktion. Daneben bieten sie einen gewissen Schutz vor dem Eindringen von flüssigem und dampfförmigen Wasser in das Holz.

2. Holzveredelungsmittel (z.B. Öle, Wachse)
Sie schützen die Holzoberfläche in erster Linie vor physikalischen Beeinträchtigungen z.B. vor Flecken, Schmutz, Staub und Kratzern.

3. Holzschutzmittel (z.B. Holzschutzlasuren, Holzschutzsalze, Steinkohlenteerölpräparate)
Sie bieten umfassenderen Schutz (u.a. vor Insekten- und Pilzbefall, Wetterschutz).

Holzschutzmittel sind „Wirkstoffe oder wirkstoffhaltige Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, einem Befall von Holz durch holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen vorzubeugen oder einen solchen Befall zu bekämpfen“.

Wichtig: Bei Lasuren, die sich auch hervorragend zum Nachbehandeln kesseldruckimprägnierter Hölzer eignen, muß darauf gachtet werden, dass es sich um diffusionsoffene, ausreichend pigmentierte (Dünnschicht-) Lasuren handelt! Farblose oder schwach pigmentierte (= sehr helle) Lasuren sind nicht für die Anwendung bei direkter Wettereinwirkung geeignet!

Für Holzschutzmittel, die zur vorbeugenden Behandlung tragender und/oder aussteifender Holzbauteile (= bauaufsichtlicher Bereich) bestimmt sind, sowie für Holzschutzmittel mit bekämpfender Wirksamkeit, ist die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) vorgeschrieben.

Für die Zulassung eines Holzschutzmittels werden von den zuständigen Behörden die vom Hersteller vorgelegten Berichte zur Wirksamkeit, Humantoxikologie und Umwelttoxizität überprüft und bewertet. Holzschutzmittel für den nicht-tragenden und nicht-aussteifenden Bereich sind dabei nicht erfaßt. Sie können von der Gütegemeinschaft Holzschutzmittel e.V. mit dem RAL-Gütezeichen RAL-GZ 830 ausgezeichnet werden, wenn sie den Erfordernissen an geprüfte Wirksamkeit, gesundheitliche Unbedenklichkeit und Umweltverträglichkeit entsprechen.

Die Prüfung der biologischen Wirksamkeit von Holzschutzmitteln erfolgt durch amtliche Materialprüfanstalten. Die Prüfungen werden in standardisierten Verfahren nach DIN oder EN vorgenommen. Sie orientieren sich an dem späteren Einsatzbereich des zu prüfenden Holzschutzmittels, an den vorgesehenen Anwendungsverfahren und der chemischen Zusammensetzung des Produkts.

Im Rahmen des Zulassungsverfahrens wird eine Bewertung auf gesundheitliche Unbedenklichkeit bei bestimmungsgemäßer Anwendung und Umweltverträglichkeit vorgenommen. Die Bewertung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit erfolgt durch das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV - früher: Bundesgesundheitsamt = BGA), die Bewertung der Umweltverträglichkeit durch das Umweltbundesamt (UBA). Grundlage bildet der von beiden Ämtern gemeinsam herausgegebene Anforderungskatalog zur gesundheitlichen und umweltbezogenen Bewertung von Holzschutzmitteln.

Dieser Prüfkatalog sieht vor, daß in die Bewertung der Risiken eines Holzschutzmittels für die menschliche Gesundheit alle verfügbaren Daten, d.h. Angaben zur Toxizität der Wirkstoffe (z.B. akute Toxizität, Kanzerogenität, Mutagenität) sowie zur akuten Toxizität des Holzschutzmittels einfließen.

Die Prüfung der Umweltverträglichkeit eines Schutzmittels soll sicherstellen, daß ein Stoffeintrag die Funktion der Umweltkompartimente Boden, Wasser und Luft nicht beeinträchtigt, darin lebende Organismen gefährdet oder ein mittelbares gesundheitliches Risiko für den Menschen bedeutet. Die umweltbezogene Bewertung muß danach Umweltbelastungen in allen Phasen des Produktweges von der Herstellung bis zur Entsorgung umfassen.

Nach Abschluß der Prüfungen geben beide Institutionen eine gutachterliche Stellungnahme ab, in der gegebenenfalls Auflagen und Anwendungsbeschränkungen sowohl für das Holzschutzmittel selbst als auch für die damit imprägnierten Hölzer gefordert werden.

Die im Deutschen Holzschutzverband für Außenholzprodukte e.V. und in der Gütegemeinschaft Imprägnierte Holzbauelemente e.V. organisierten Imprägnierbetriebe verwenden in Kesseldruckverfahren freiwillig ausschließlich DIBt-zugelassene Holzschutzmittel - also auch für nicht-tragenden/nicht-aussteifenden Bereich.

Ein Höchstmaß an Sicherheit ist damit bei ihren Produkten gewährleistet!